Und so sitze ich hier. Der Kopf das erste Mal leer. Die Gedanken frei und schwebend leicht. Und ich frage mich: Ist das der erste Schritt in Richtung (Trauma)Heilung? Fühlt sich so innere Freiheit und Zufriedenheit an?
Ich schaffe gerade etwas, was mir zuvor noch nie gelungen ist: Ich fühle Gefühle. So wirklich, ich gehe durch diese Gefühle hindurch, anstatt sie, wie sonst, nur von mir wegzudrücken. Ich mache Musik an und fühle dieses Gefühl, mit allem, was dazugehört. Mit Tränen und lautem Mitsingen. Mit Weinen, das ins Lachen kippt und wieder zurück, diese wilde Mischung aus beidem. Ich verurteile mich nicht, sondern fühle einfach und trauere. Wüte und hoffe. Lache und liebe. Halte mich selbst in einem Moment, den ich so noch nie geschafft, geschweige denn geschaffen habe.
Heute, an diesem ganz normalen Donnerstag im Juli, schaffe ich es zum ersten Mal, mich selbst durch ein Gefühl zu begleiten. Und heute, an diesem für mich gar nicht mehr so normalen Donnerstag, ist da zum allerersten Mal auch ein kleines bisschen Stolz in meiner Brust.



Ich finde, man spürt beim Lesen richtig, wie groß dieser Schritt eigentlich ist: nicht das Gefühl wegdrücken, sondern dableiben. Kein kleiner Text, sondern ein ziemlich mutiger.😊💪🌱
Manchmal möchte man Gefühle gar nicht fühlen, weil sie sich anfühlen wie eine Flut, die dich mitreißt. Dass du es dennoch geschafft hast und dass es dir gutgetan hat, das ist eine super Sache. Dass du es so ehrlich teilst ist auch eine Ermutigung.